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Aktionstag Substitution am 5. Mai

2021-05-04

Am 5. Mai 2021 ist der Aktionstag Substitution. Hiermit verbunden ist die Kampagne „100.000 Substituierte bis 2022“. Diese hat zum Ziel, bis 2022 die Quote der Substitutionsbehandlungen auf mindestens 60 Prozent zu erhöhen.

Anlässlich des Aktionstages wollen auch wir von der Aidshilfe Düsseldorf das Thema Substitution in den Fokus nehmen und darüber informieren.
Was ist Substitution eigentlich? Substitution ist eine Drogenersatztherapie für Menschen, die Heroin oder andere Opiate konsumieren. Hierbei wird der Drogenersatz, das so genannte Substitutionsmittel, oral eingenommen. Dies geschieht in Tablettenform oder als Trinklösung. Seit 2010 ist auch Diamorphin (reines Heroin) als Substitut zugelassen. Dieses wird meist intravenös oder auch intramuskulär injiziert.

Ziel der Substitution ist es, den Kreislauf von Beschaffung bis Konsum der Droge zu durchbrechen. Dies ermöglicht in der Folge die soziale Teilhabe der drogengebrauchenden Personen und trägt zu deren gesundheitlicher Stabilisierung bei. Zusätzlich können Infektionen und Todesfälle verhindert werden. Aufgrund der Kostenübernahme durch die Krankenkasse und die Legalität soll ebenfalls der Drogenbeschaffungskriminalität entgegengewirkt werden.
Um das Ziel zu erreichen, also die Behandlungsquote zu erhöhen, müssen die Zugangsmöglichkeiten zur Substitution auch auf dem Land verbessert werden. Dies würde dort lebenden Drogengebrauchenden zum einen den Zugang zur Therapie ermöglichen. Weiterhin könnten hierdurch weite Fahrtwege und die damit verbundenen Kosten vermieden werden.

Hier schließt sich auch die Forderung nach einer vermehrten Take-Home-Vergabe an. Take-Home-Vergabe bedeutet, dass Patient*innen das Substitutionsmittel für einen bestimmten Zeitraum mit nach Hause bekommen und somit zur Einnahme nicht täglich in die Praxis kommen müssen. Dies trägt somit maßgeblich zur Selbstbestimmung der Patient*innen bei und sollte somit vermehrt ermöglicht werden. Somit würde beispielsweise auch der Einstieg in ein Arbeitsleben ermöglicht bzw. erleichtert werden.

Ein weiterer veränderungsbedürftiger Umstand ist die Substitution in Haft. Die an sich schon prekäre Situation in Haft wird für Drogengebrauchende noch erschwert, da die Substitutionsbehandlung zumeist unzureichend stattfindet oder wie in einigen Bundesländern noch vollständig ausbleibt. Dies muss dringend verbessert werden, um die Gesundheitsversorgung dieser Menschen zu gewährleisten. Dies ist ein Recht, welches auch im Äquivalenzprinzip festgehalten ist. Das heißt, Menschen haben in Haft genau wie in Freiheit ein Recht auf adäquate medizinische Versorgung. Eine Missachtung dieses Rechts findet jedoch statt, da inhaftierte Menschen oft nicht wählen können, welches Substitut sie bekommen oder die Dosierung nicht angepasst wird.

Zuletzt sollte auch die Situation von in Deutschland lebenden Menschen ohne Krankenversicherung, wie beispielsweise viele EU-Bürger*innen oder (geflüchtete) Menschen ohne Papiere, nicht aus den Augen verloren werden. Für diese ist der Zugang zu einer Substitutionsbehandlung in Deutschland erschwert oder unmöglich, da ihre Behandlung von keiner Krankenkasse übernommen werden kann. Hier müssen dringend Gesetzesänderungen vorgenommen werden, um eine dauerhafte Gesundheitsversorgung, einschließlich Kostenübernahme Substitution oder auch für die HIV-Therapie, zu gewährleisten.